„Von Hamburg bis Garmisch, von Aachen bis Wien, viele Einkaufszentren gleichen sich wie ein Ei dem anderen,“ sagte Ideeologen-Geschäftsführer Jens-Uwe Meyer auf dem 12. Einkaufszentren-Symposium in Wien. „Dabei liegt gerade in der kreativen Differenzierung eine große Chance.“ Rund 400 Einkaufszentren-Betreiber und Entwickler von Geschäftskonzepten aus Deutschland, Österreich, Italien, Ungarn und anderen europäischen Ländern hörten aufmerksam zu als Meyer ihnen neue Ideen und Ansätze präsentierte.
„Schauen Sie nicht darauf, was in einem Einkaufszentrum vorhanden ist. Überlegen Sie, was dort sein könnte,“ appellierte Meyer. „Es gibt noch so viele Ideen, die nicht umgesetzt sind. Entwickeln Sie das Sanitätshaus der Zukunft: Jung und im Trend statt altbacken mit Rollator-Image. Experimentieren Sie mit neuen Gastronomiekonzepten. Wer sagt, dass man nicht mit Tee einen Frontalangriff auf Starbucks starten kann?“
Die Branche hat durch die Krise in einigen Teilen Europas mit Leerständen zu kämpfen. Immer häufiger stehen in Einkaufszentren Geschäfte leer. Auch hier plädierte Meyer dafür, unkonventionell zu denken: „Schaffen Sie eine Internetbörse und vermieten Sie die Geschäfte kurzzeitig als Testzentren für Innovationen. Unternehmen und Marktforscher suchen händeringend nach neuen Möglichkeiten, um Produkte in der Praxis zu testen.“
Viele Einkaufszentren scheuen Investitionen wie beispielsweise in Spielmöglichkeiten für Kinder, weil sie nicht wissen, ob sich solche Investitionen rechnen. Wieder einmal ein Falls fürs Querdenken, sagte Meyer: „Installieren Sie nicht gleich die Mega-Rutsche für 50.000 Euro. Bieten Sie einem Hersteller von Spielgeräten an, seine Produkte einen Monat lang kostenlos bei Ihnen zu präsentieren. Und befragen Sie Familien, wie der neue Service ankommt.“
Kreative, erklärte Meyer, ersetzen große Budgets durch gute Ideen. „Ideen sind kein Selbstzweck,“ sagte er. „Sie helfen Unternehmen, Wettbewerbsvorteile zu generieren und mit weniger Geld die gleichen oder sogar höhere Ziele zu erreichen.“